Helm-Azurjungfer. Foto: Daniela Keller

Die vom Aussterben bedrohte Libelle Helm-Azurjungfer besiedelt langsam fliessende, quellnahe, oft kalkhaltige Wassergräben und Flachmoore in tiefen Lagen. Ihr Lebensraum ist eng mit der Landwirtschaft verknüpft. Oft wird unmittelbar neben den Wiesengräben eine intensive landwirtschaftliche Nutzung betrieben. Die Helm-Azurjungfer war in der Schweiz nie häufig und kommt heute nur noch in rund 10 weit auseinander liegenden Regionen vor. 6 davon befinden sich im Schweizer Mittelland. Darunter ist das Vorkommen im Raum Wolfwil-Aarwangen-Thunstetten eines der bedeutendsten. Positiv ist hier, dass verschiedene Gräben direkt miteinander in Verbindung stehen oder nur kleine Distanzen dazwischen liegen. Eine Studie der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat 2010 zwar Unterschiede zwischen der Genetik der einzelnen Teilpopulationen gezeigt. Alles deutet aber darauf hin, dass der genetische Austausch zwischen den einzelnen Populationen recht gut funktioniert. Das ist sehr bedeutsam und auch erstaunlich, zeigte es doch, dass diese Kleinlibellen wanderfreudiger sind als angenommen und auch grössere Hindernisse wie Bahnlinien und Strassen überwinden. Nachdem sich die Libellen gepaart und ihre Eier in einen Wiesengraben abgelegt haben, folgt allerdings eine vergleichsweise stationäre Phase: Die Larve der Helm-Azurjungfer entwickelt sich über mehrere Jahre im Wasser.

Weitere Informationen zu dieser Smaragd-Art:


Während den ersten Umsetzungsjahren des Smaragd-Projekts wurde evaluiert, wie die Pflege der Wiesengräben bislang umgesetzt wurde und wie sie optimalerweise aussieht. Einerseits muss der Wiesengraben das Landwirtschaftsland gut entwässern, andererseits muss für die Entwicklung der Helm-Azurjungfer ein Teil des Wiesengrabens möglichst ungestört bleiben. Unterdessen wurden die lokalen Akteure bezüglich optimaler Pflege instruiert. Auch wird über grosse Strecken das richtige Gerät, der Mähkorb, behutsam und so selten wie möglich eingesetzt. Bereits seit 2010 wurden Beiträge für die Umstellung des Gewässerunterhalts ausgerichtet. Entschädigt werden auch Landwirte, die breite Pufferstreifen mit Rückzugsflächen für die Kleintiere bewirtschaften.

Gegen Projektende sind es 21 Landwirte, die 10 Hektaren Pufferfläche zu Gunsten der Helm-Azurjungfer pflegen. Neben den Wolfwil, Aarwangen und Thunstetten (Verbreitungsschwerpunkt) kümmern sich auch in den Gemeinden Schwarzhäusern, Langenthal und im Grenzbereich Graben-Herzogenbuchsee Landwirte um das Wohlergehen der Helm-Azurjungfer.

Bereits 2012 ergab eine Wirkungskontrolle, dass sich die Helm-Azurjungfer-Bestände in mehreren Gewässern bereits erfreulich gut erholten. Am Thunstetter Forstbach, Langenthaler Hopferebach oder an verschiedenen Stellen der Aarwangener Gewässer konnten zu gewissen Zeitpunkten im Sommer 2012 teils bis 20, teils bis 50 Tiere dieser seltenen Libellenart gezählt werden! 2013 öffnete und renaturierte die Gemeinde Aarwangen mitten im Siedlungsbereich 500 m des Hopferenbachs. Das Smaragd-Projekt stand in Bezug auf die Helm-Azurjungfer beratend zur Seite.

 

Optimierung der Pflege und Pufferstreifen

Die optimale Pflege der Wiesengräben mit Helm-Azurjungfer wurde evaluiert und die lokalen Akteure darüber ins Bild gesetzt. Unterdessen pflegen 21 Landwirte 10 Hektaren Pufferfläche, womit das Projektziel bereits erreicht ist. Die Wirkungskontrolle 2012 zeigte, dass sich die Bestände der seltenen Libellenart in mehreren Gewässern bereits erfreulich gut erholt haben. An verschiedenen Stellen konnten zu gewissen Zeitpunkten im Sommer teils bis 20, teils bis 50 Tiere dieser seltenen Libellenart gezählt werden! 

Zum Seitenanfang