Geburtshelferkröte bei der Paarung. Foto: Beatrice Lüscher

Geburtshelferkröte oder Glögglifrosch


Die Geburtshelferkröte kam zu ihrem speziellen hochdeutschen Namen, weil das Männchen nach der Paarung die Laichschnüre (Eier) rund um seine Hinterbeine schlingt und so lange mit sich herumträgt, bis die kleinen Kaulquappen schon recht weit entwickelt sind. Am Ende dieser Reifungsphase setzen sich die Männchen ins flache Wasser unterschiedlichster Still- und zum Teil sogar Fliessgewässer. Nach wenigen Minuten schlüpfen die Kaulquappen, welche oftmals im Gewässer überwintern und viel grösser werden als beispielsweise die Kaulquappen des Grasfroschs. Im Schweizerdeutschen heisst die Geburtshelferkröte auch Glögglifrosch. Den zweiten Namen hat das Tier aufgrund seines glockenhellen, flötenden Rufes erhalten. Rufen mehrere Tiere in einem Landlebensraum gleichzeitig, erinnert dies an ein Glockenspiel. An Land halten sich die Tiere bevorzugt an sonnenexponierten, sandigen, lehmigen oder locker-humosen und leicht rutschenden Hängen oder Böschungen mit lockerem Boden und - wenigstens stellenweise - spärlicher Vegetation auf. Gut geeignet sind auch besonnte, fugenreiche Mauern, Terrassen, Treppen, Steinhaufen oder Holzstapel. Häufig werden neben Böschungen Gruben oder Gärten mit lockerem Erdreich, Hohlräumen und Steinplatten besiedelt, aber auch besonnte Waldränder und extensive Weiden können als Sommerlebensraum genutzt werden. Die Geburtshelferkröte bevorzugt hohe Temperaturen (Vorzugstemperatur von über 30°C) und mittlere Feuchtigkeit.

Weitere Informationen zu dieser gefährdeten Art:

 

Massnahmen

Die Bestände sind überall in der Schweiz stark zurück gegangen. Überdurchschnittlich stark war der Rückgang mit 62 % im Oberaargau. Dies ist umso dramatischer, als der Oberaargau in der gesamtschweizerischen Verbreitung der Geburtshelferkröte ein wichtiges Bindeglied zwischen den Nordostschweizer Vorkommen, dem Jura und dem Emmental darstellt. Abgesehen vom Rückgang idealer Gewässer stellt denn auch die Isolation der verschiedenen Populationen voneinander ein entscheidender Gefährdungsfaktor dar. Im Smaragd-Gebiet Oberaargau leben noch Geburtshelferkröten bei Wolfwil, Wynau, Aarwangen, Berken, Heimenhausen und Altbüron und evtl. bei Schwarzhäusern.

Zwischen 2009 und 2014 konnten 11 Gewässer oder Weihergruppen angelegt werden: In Wolfwil (2), bei Aarwangen (2), in Altbüron (2), Berken (1), Heimenhausen (2), Melchnau (1), Murgenthal (1) und Wynau (1) umgesetzt werden. Neben den neuen Gewässern wird auch einem optimalen Landlebensraum grosse Beachtung geschenkt. Weitere Standorte, z.B. in Altbüron, wurden überprüft und die lokalen Betreuer der Populationen beraten.

Neue Weiher und Landlebensräume

An 11 Standorten in 8 Gemeinden wurden neue Weiher geschaffen und durch Landlebensräume ergänzt. Weitere Standorte wurden überprüft und die lokalen Betreuer der Populationen beraten.

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