Noch vor 20 Jahren gab es im Oberaargau keine Biber. Denn am Anfang des 19. Jahrhunderts war er in der Schweiz vollständig ausgerottet worden. Seither ist der Biber in mehreren Gemeinden des Smaragd-Gebiets Oberaargau auf dem Vormarsch und ist unterdessen neben der Aare auch an den Flüsschen Langete, Rot und Önz anzutreffen. Der Biber besiedelt langsam fliessende und stehende Gewässer, sowohl grössere Flüsse als auch kleine Bäche. Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Biber ein Revier gründen:

  • Eine grabbare Böschung, an der sie ihre Bauten anlegen können. Felsiger Untergrund, z.B. am Oberlauf der Flüsse, sind für den Biber nicht geeignet.
  • Eine genügende Wassertiefe, die ihnen das Schwimmen und das Anlegen der Baueingänge unter Wasser ermöglicht, d.h. mindestens 50-60 cm Tiefe
  • Eine üppige Krautschicht und genügend Winternahrung in Form von Weichhölzern

Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, kann der Biber in gewissen Fällen nachhelfen: So baut er teilweise Burgen anstelle von Erdbauten oder staut das Gewässer, um eine genügende Wassertiefe zu erreichen. Diese Aktivitäten sowie das Annagen oder Fällen von Bäumen machen den Biber bei den Landbesitzern oftmals unbeliebt. Dabei ist die Wirkung des Bibers auf die Vielfalt der Lebensräume und Arten enorm: Wo der Biber lebt, gestaltet er die Landschaft und verhilft so unzähligen weiteren Arten zu neuen Nischen.

Weitere Informationen zu dieser Smaragd-Art:

Massnahmen

Mit einer Informationskampagne am Anfang des Smaragd-Projekts 2009-2014 wurde zu einer sachlichen Sichtweise in Bezug auf den Biber und die teilweise durch ihn verursachten Schäden beigetragen. 2010 stand für die Kampagne ein sogenannter „Biberbus“ zur Verfügung. Seither haben verschiedene, meist grosse Zeitungsartikel zur Information der Bevölkerung beigetragen. Im Rahmen von Führungen, Standaktionen und Vorträgen stehen zudem Leute von Hallo Biber! Mittelland regelmässig Red und Antwort. Die Smaragd-Informationskampagne wird Ende 2014 abgeschlossen, die Informationsarbeit von Hallo Biber! Mittelland wird jedoch bis voraussichtlich Ende 2018 fortgesetzt.

Im Rahmen von mehr als 50 Begehungen wurden Landbesitzer und Pächter entlang der grösseren Gewässer beraten, was zu 20 Vertragsabschlüssen mit Landwirten führte. Bis Ende 2014 wurden entlang von Gewässern 10 m breite Pufferstreifen mit einer Gesamtfläche von 11.3 ha angelegt und mit 1.04 ha Weidenpflanzungen ergänzt. Weiter wurden 26 vom Biber gefällte Bäume liegen gelassen. So ist im Winter bei Nahrungsknappheit die Gefahr kleiner, dass sich die Biber an Obstbäumen gütlich tun. Abhilfe schaffen in diesem Fall auch Drahtgeflechte. In folgenden Gemeinden wurden bislang Massnahmen im Zusammenhang mit dem Biber umgesetzt: Aarwangen, Altbüron, Graben, Langenthal (Untersteckholz), Lotzwil, Melchnau, Pfaffnau (St. Urban) und Wynau.

 

 

 

Ein Massnahmen-Bündel

Im Teilprojekt Biber lief bis Ende 2014 eine Informationskampagne und Landbesitzer werden laufend beraten. Bisher wurden 10 m breite Pufferstreifen mit einer Gesamtfläche von 11 ha angelegt und mit 1 ha Weidenkulturen ergänzt. Vom Biber gefällte Bäume werden als Winternahrung liegen gelassen und Obstbäume dadurch sowie mit Drahtgeflechten geschützt.

Zum Seitenanfang